UNSECO immaterielles Kulturerbe

Um die nährstoffarmen Uferwiesen entlang der Queichniederung landwirtschaftlich zu nutzen, entwickelte der Mensch bereits vor über 500 Jahren ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem aus Gräben, Schließen und Wehren. Ein Wasserkalender regelt die aufeinanderfolgende Stauung an den fünf Hauptwehren der Verbandsgemeinde (dem Rödelwehr und dem Teilungswehr in Ottersheim, dem Zeiskamer und dem Knittelsheimer Wehr sowie dem Bellheimer Wehr). Immer im Mai und Juli wird die Queich an den jeweiligen Wässertagen für zwei bis vier Tage gestaut. Über Gräben und kleinere Schließen wird das Wasser in die Fläche geleitet und die sogenannten Rieselwiesen flach geflutet.

Diese extensive Form der Landwirtschaft steigert die Heuernte, die "Maht", im Juni und die "Ohmet" im August.

Heute ist die Queichniederung die größte erhaltene Fläche dieser Art in ganz Deutschland. Die Queichwiesen stellen ein einzigartiges Naturparadies für besonders schützenswerte Tiere und Pflanzen dar. Sie wurden 2018 in die bundesdeutsche Liste des Immateriellen Kulturerbes nach der UNESCO-Konvention aufgenommen.

Tipp: Entlang des Queichwiesen-Rundwanderwegs fallen die kleinen Schließen und Wehre auf, die immer wieder aus den Wiesen herausragen. Bei dieser ca. 9 km langen Wanderung durch alle vier Gemeinden erlebt man diese charakteristischen Offenflächen.