Klappern und schnäbeln über den Dächern der Südpfalz.

Die wechselfeuchten Anrainerwiesen entlang der Queich bieten ideale Lebensbedingungen für den Weißstorch. Galt er in den 1950er Jahren für die Südpfalz als ausgestorben, findet sich hier nach der Wiederansiedelung in den 1990er Jahren dank des privaten Engagements vieler Naturschützer die inzwischen größte Weißstorchpopulation in Rheinland-Pfalz.

Ab März belegen über 60 Paare nach und nach speziell angelegte, aber auch selbstgebaute Storchenhorste. Man sieht sie dann klappernd und brütend auf Dächern und im freien Feld, z.B. auf der Holzwiese zwischen Zeiskam und Bellheim.

Kleine Amphibien, Mäuse und Insekten bieten einen reich gedeckten Tisch und ideale Jagdbedingungen zur Aufzucht der Jungvögel. Spektakulär, wenn während der Wässertage in den Queichwiesen oder unmittelbar nach der Heuernte im Juni/ August unzählige Vertreter von Meister Adebar gemeinsam durch die flach gefluteten Wiesen schnäbeln. Beeindruckend auch, wenn sich die Jungvögel ab Mitte August zu gemeinsamen Flugübungen sammeln. Sie drehen sich mit der Thermik in immer höhere Lüfte, bevor sie die Reise über die Straße von Gibraltar nach Afrika antreten. Die Altvögel folgen erst Anfang September.

Ob der Storch die kleinen Kinder bringt, sei dahingestellt. Ein Blick rückseitig vom Brühlgraben in den privaten Garten eines Storchenfreunds im Storchendorf Knittelsheim gibt den Blick frei auf sieben Storchennester und beweist: Der Storch bring die kleinen Störche! In Knittelsheim gibt es darüber hinaus die Storchenfreunde Knittelsheim e.V., die sich um die Horste und Besenderung der Störche rund um die Gemeinde kümmern. Via Webcam bekommt man darüber auch Einblick in die Kinderstube der Vögel.

Tipp: Das Storchenzentrum in Bornheim bietet viele Informationen zum Weißstorch und auch die Möglichkeit zum „animal-tracking“, bei dem man in Echtzeit die Flugbahn der besenderten Störche nachvollziehen kann.