ein Landidyll

Zeiskam, das Ziebeldorf, ist die nördlichste der vier Gemeinden. Wie Bellheim wurde auch Zeiskam 774 erstmals urkundlich erwähnt. Etwa 2.300 Menschen leben in der durch die umgebende Landwirtschaft deutlich geprägten Gemeinde. Auf knapp der Hälfte der ca. 890 Hektar wird Ackerbau betrieben.

Jedes Jahr zur Kirwe am letzten Augustwochenende wird die neue Zwiebelprinzessin gekürt. Die Zwiebelprinzessin des Vorjahres steigt dann zur Zwiebelkönigin auf. Die beiden Hoheiten repräsentieren „Zäskäm“, wie der Ort im Dialekt heißt, bei offiziellen Anlässen.

lustige Hausnummerierung in Zeiskam
lustige Hausnummerierung in Zeiskam © VG Bellheim

 

Am nördlichen Rand der Gemeinde führt die ehemalige Bahnlinie zwischen Landau und Lingenfeld vorbei. Heute fahren dort im Sommer nur noch Draisinen mit gutgelaunten Ausflüglern. Wenn sie die Straßen kreuzen, werden die Bahnschranken kurzzeitig für den Verkehr geschlossen.

Wer durch Zeiskam läuft, fühlt sich vielleicht in die Geschichten von Harry Potter versetzt. Das berühmte Gleis "Neun drei Viertel" , von dem der Hogwarts Express abfährt, könnte auch in Zeiskam sein. Hier finden sich auch lustige Hausnummern, die ebenfalls mit Brüchen dargestellt werden.

Zur Gemeinde gehört der Reitverein Zeiskam an der L540. Er richtet jedes Jahr an Pfingsten ein großes, überregional bedeutendes Pfingstturnier aus. Die Pferdehaltung im Freizeit- und Sportbereich hat seit den 1990er Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das Heu, das heute auf den Queichwiesen geerntet wird, findet vor allem dafür seine Verwendung.

Am ersten Augustwochenende wird das Zwewwlfest mit Festumzug gefeiert. Mit dabei ist der Zwiebelhengst, eine über und über mit Zwiebeln geschmückte Pferdefigur, die auf die enge Verbundenheit der Gemeinde mit der Pferdehaltung hinweist. Am Festsonntag findet in der Bahnhofstraße ein großer, deutsch-französischer Bauernmarkt mit kulinarisch verführerischen Ständen sowie einem Handwerkermarkt in der Fuchsbachhalle statt.

Letzter großer Höhepunkt im Veranstaltungsjahr ist das Wein- und Kelterfest am letzten Septemberwochenende.

Als wichtigen Sohn des Ortes muss Jacob Francois Marulaz (1769-1842) genannt werden. Er war hochdekorierter General der napoleonischen Truppen und als Kavallerist verdienstvoll in den Kriegen unter Napoleon I. 

Replik des Fuchslochs
Replik des Fuchslochs © VG Bellheim

Sehenswert in Zeiskam:

  • Komturei Haimbach (auch "Heimbach"), eine frühere Klostergründung mit einem neuerrichteten gotischen Bogen, am Ortsausgang Richtung Lustadt, nördlich der B272, mit Rastplatz
  • Katholische Kirche St. Bartolomäus mit altem Pfarrgarten
  • Ev. Kirche mit 2019 renovierter Außenfassade
  • Geburtshaus des napoleonischen Generals Jacob Francois Marulaz, Kronstraße 26
  • Bierkeller (1842), nördlicher Ortsausgang gegenüber des Friedhofs
  • Sängerheim „Alter Bahnhof“, schöner Veranstaltungsraum in einem ehemaligen Fachwerkbauernhaus, dort befindet sich auch eine Nachbildung des Steins zum „Fuchsloch“, Hauptstraße
  • Draisinenbahn, führt auf der alten Bahnlinie von Landau nach Lingenfeld am nördlichen Ortsrand vorbei
  • Fuchsbachhalle mit Festplatz, Bahnhofstraße
  • Rathaus, erbaut 1833, klassizistischer, zweigeschossiger Baukörper mit Gedenktafel zur geschichtlichen Verbundenheit von Bayern und der Pfalz durch das Haus Wittelsbach, Hauptstraße
  • Buweabloss, ehemaliger Waschplatz der jungen Männer, Teilungswehr für den Hofgraben und den dort beginnenden Druslachbach
  • Angelweiher mit Rastplatz, südlich von Zeiskam
  • Zeiskamer Mühle, ehemalige Getreidemühle, heute Hotel und Restaurant