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Sonderausstellung im Terra-Sigillata-Museum

"Römischer Küchenfund" von Rheinzabern - Bis 19. April 2020 ist die Sonderausstellung im Terra-Sigillata-Museum zu besichtigen.

Moderne und alte Gebäude geben ein harmonisches Gesamtbild im gepflasterten Hof.

Das Terra-Sigillata-Museum beherbergt neben der Dauerausstellung immer wieder interessante Sonderausstellungen. Foto: Terra-Sigillata-Museum, Philipp Schmitt

Abbildung des römischen Küchenfundes

Der römische Küchenfund von Rheinzabern

Im Winter 1881/82 wurde der Boden im Gewanne "Vierundzwanzig Morgen" nach Altertümern durchwühlt. In einem Römischen Keller wurden 11 Bronzegefäße, zwei Eisenroste und ein eiserner Dreifuß gefunden. Es handelte sich um einen Versteckfund, der nach der Zerstörung des Hauses um die Mitte des 3. Jhs. n. Chr. aus irgendeinem Grund nicht mehr geborgen wurde.

In der Fachliteratur ging der Hort als „Küchenfund“ ein, da er z.T. aus Küchengeräten besteht: Dreifuß, Eisenroste, Kessel, vielleicht auch Kelle und Sieb. Die restlichen Gefäße (auch die Glasgefäße) gehören jedoch zum Trinkgeschirr (die Ausgußbecken mit Halbdeckel, die Kanne mit verziertem Griff, Eimer, Glasflaschen und Terra Sigillata-Tassen) bzw. zum Tafelservice (das Becken mit gewellter Wandung, Terra- Sigillata- und Glasteller).

Das älteste Stück des Hortes ist ein Messingbecken mit gewellter Wandung, das an eine Kuchenform erinnert. Die Ausgußbecken und der Eimer mit Standfuß sind, wie fast alle Exemplare dieser Form, ebenfalls aus Messing und wurden zu Beginn des 3. Jh. n. Chr. im mittelrheinischen Gebiet hergestellt. Die Becken erfüllten den Zweck eines Mischgefäßes, in dem das Getränk mit Gewürzen angesetzt wurde. Danach entleerte man sie durch den vom Halbdeckel bedeckten Ausguß in einen anderen Behälter. Ein Siebchen, welches kurz vor dem Ausguß angebracht war, filterte die Rückstände heraus. Diese Gefäße von etwas eigenartiger Form waren innen, die darüber liegenden Halbdeckel sogar beidseitig verzinnt. Gepunzte oder eingeritzte Verzierungen – in unserem Falle mit tierischen und pflanzlichen Motiven (zwei Hunde, die Hirsch und Hindin jagen) aber auch geometrische Ornamente, die dem Geschmack der provinzialrömischen Bevölkerung entsprachen, belegen, dass der Platz dieser Gefäße nicht in der Küche, sondern an der Tafel war.
(Textquelle: Katalogeintrag aus: Richard Petrovszky/Werner Transier, Die Römerzeit (hg. v. M. M. Grewenig), Speyer 1994, S. 94.)

Der "Küchenfund" ist eine Leihgabe des Historischen Museums der Pfalz in Speyer.

Mit Unterstützung der Historischen Museums der Pfalz in Speyer konnte beim Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern die neue Sonderausstellung eingerichtet und präsentiert werden. Die Sonderausstellung dauert noch bis zum 19. April 2020.

AusstellungsdauerFreitag, 23. August 2019 - Sonntag, 19. April 2020
AusstellungsortTerra-Sigillata-Museum
Hauptstraße 35, 76764 Rheinzabern
KontaktTel. 07272-955893, info@terra-sigillata-museum.dewww.terra-sigillata-museum.de
ÖffnungszeitenMi - Sa 11 - 15 Uhr
Sonn- und Feiertage 11 - 17 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung,  museumspädagogische Betreuung auf Voranmeldung.
Anreise mit öffentlichen VerkehrsmittelnDie Haltestelle "Bahnhof Rheinzabern" der Stadtbahn (S51/S52) befindet sich in unmittelbarer Nähe des Museums (3 min. Fußweg).
BarrierefreiheitDas Museum ist barrierefrei zu erreichen

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