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Die Storchensaison in der Südpfalz

Das Foto zeigt eine grüne Wiese mit zahlreichen Störchen, die nach Futter suchen.

Dank des kleinen Flüsschens Queich und der jahrhundertealten Tradition der Wiesenbewässerung gibt es in der Südpfalz ein ganz besonderes Naturschauspiel zu sehen: Die Queichwiesen sind mittlerweile Lebensraum der größten rheinland-pfälzischen Weißstorchpopulation. In den Sommermonaten sammeln sich oft über hundert Störche in den eigens bewässerten Wiesen, um für sich und ihre Jungen Nahrung zu suchen. Aber auch im Frühjahr ist es eine Schau, die Störche in ihren Nestern zu beobachten - ob nun live oder im Livestream. Was es mit der Wiesenbewässerung und den Störchen in der Südpfalz auf sich hat und wie man dieses Naturspektakel am besten bei uns erleben kann, erfahren Sie hier.

Storch und Queichwiesen mit dem Rad entdecken

Das Bild zeigt einen Bachverlauf durch eine grüne Wiese, auf derzahlreiche Störche stehen.

Die schönste Fortbewegungsmethode in der Südpfalz ist das Rad - mit ihm lassen sich auch die Queichwiesen und die Storchennester der Region erkunden. Zählen Sie mit, wieviele bewohnte Nester Sie finden können und schauen Sie, ob sich einige Störche in der App "animaltracker" auf unserer, für Sie ausgewählten, Route befinden. "Fliegen" Sie mit ihnen um die Wette oder genießen Sie einfach nur dieses wundervolle Naturspektakel. 

Ein ganz besonderes Erlebnis, bei dem man ebenfalls Störche entdecken kann, bietet die Geocaching-Tour bei Knittelsheim. Hier muss man an verschiedene Stationen Rätsel und Aufgaben lösen, um an das Endversteck bzw. Ziel zu gelangen. Dabei kommt man an den Knittelsheimer Storchennestern und Wiesen vorbei. Ein Spaß für Jung und Alt.

HIER geht es zum Knittelsheimer Storchencache und zu weiteren Geocaching-Rundtouren.

Storchennester & Livestreams

Das Bild zeigt eine Großaufnahme eines Storchennestes, in dem ein Storch brütet

Und ein fertiges Nest zum Brüten zu finden ist hier gar nicht schwer, denn in der Südpfalz gibt es bereits jede Menge Nester, aus denen sich die Weißstörche das bequemste, schönste oder einfach nächste Nest aussuchen können. Immer wieder bauen die Störche aber auch ihre eigenen Nester - eben dort, wo sie sich gerade am wohlsten fühlen. So gibt es bspw. in Knittelsheim insgesamt 24 Storchennester, 9 davon wurden von den Storchenfreunden Knittelsheim, also von Menschenhand, angelegt.

Seit vielen Jahren kümmert man sich in Knittelsheim, aber auch in weiteren Orten der Südpfalz, mit viel freiwilligem Engagement um die Wiederansiedlung der Störche in der Pfalz. Dabei sind nicht nur die genannten Nisthilfen, sondern auch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungsgrundlage oder der Wiederherstellung von Bewässerungsgräben wichtig. Die Storchenfreunde Knittelsheim wollen darüber hinaus allen die Möglichkeit bieten, die Störche in ihren Nestern zu beobachten und haben Storchen-Livestreams eingerichtet, die dies ermöglichen. Bei den Storchenfreunden kann man auch eine Storchenpatenschaft übernehmen. Die jungen Störche werden dann im Juni beringt und bekommen von ihren Paten bei der so genannten Storchentaufe ihren Namen. Mit allen Paten findet dann dabei jedes Jahr ein Fest statt, bei dem die Paten und ehrenamtlichen Helfer ins Gespräch kommen können.

Auch in Winden, im Süden des Landkreises Germersheim gelegen, fühlen sich die Störche sehr wohl. Insgesamt25 Storchennester erfreuen sich bei den Störchen großer Beliebtheit. Auch hier gibt es ein Storchenfest, bei dem man Pate eines Vogels werden kann.

Die Aktion Pfalzstorch bietet mehrere Livestreams in der Südpfalz an: So finden sich Live-Bilder aus dem Storchennest in Bornheim auf dem Scheunendach, dem Storchennest in Bornheim auf der ev. Kirche, dem Storchennest in Bornheim beim Storchenzentrum und dem Storchennest auf der Kirche in Neupotz.   

2015 hat man hier außerdem ein Besenderungsprojekt ins Leben gerufen, das die digitale Nachverfolgung der Störche auf ihrem Weg in den Süden und wieder zurück möglich macht. Dabei werden Jungstörche mit einem Besenderungsrucksack ausgestattet, der dann über die kostenlose App "animaltracker" verfolgt werden kann. Dieses Projekt bietet wichtige Informationen zu Zugrouten oder auch Gefahren, denen die Störche auf ihrer Reise ausgesetzt sind. Interessierte können in der Regel auch an den Besenderungsaktionen teilnehmen, die meist Anfang Juni in den verschiedenen Storchendörfern der Südpfalz stattfinden.

Wiesenbewässerung - Immaterielles UNESCO Kulturerbe

Das Bild zeigt einen Bachverlauf inmitten einer Wiese mit einer alten Wasserschleuse.

Bei der Wiesenbewässerung handelt es sich um eine traditionelle landwirtschaftliche Kulturtechnik, die die natürlichen Wasservorkommen in den Queichwiesen nachhaltig und umweltfreundlich einsetzt. Seltene Pflanzen und Tiere, die auf wechselfeuchte Standorte angewiesen sind, können in den Queichwiesen wunderbar gedeihen und leben. Durch die Wiesenbewässerung werden Würmer, Insekten und kleinere Wirbeltiere an die Oberfläche getrieben und sind eine ideale Nahrungsgrundlage für eine Viehlzahl von Tieren - wie etwa die Weißstörche. Vor mehr als 500 Jahren hat man mit der Wiesenbewässerung begonnen. Mit der fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft in den 1960er Jahren geriet diese Form der Kulturtechnik fast in Vergessenheit. und die Weißstörche verschwanden allmählich. Glücklicherweise wurde das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben, sodass diese Tradition und das Wissen seit mehreren Jahrzehnten wieder weiterlebt und die Störche seit fast 20 Jahren erneut zum Brüten in die Südpfalz kommen. 2018 wurde die Wiesenbewässerung in den Queichwiesen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 

Lebendiges Kulturerbe

Die Queichwiesen und ihre Bewässerung sind etwas ganz Besonderes in unserer Region und nicht nur für Besucher, sondern auch für Einheimische hochinteressant. Deshalb werden durch die Interessengemeinschaft Queichwiesen immer wieder Führungen und interaktive Ausstellungen angeboten, die Besuchern die Tradition und Themen wie Naturkunde und Nachhaltigkeit näher bringen sollen.

Veranstalter & Information

IG Queichwiesen
Mobil 0152-04647445
Mail info@queichwiesen.de
Web www.queichwiesen.de

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