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27.06.2016

Die wilde Südpfalz - Abenteuer und Wild-Life im Süden der Pfalz

Germersheim, 27. Juni 2016. Zusammen mit meiner Familie will ich ein Wochenende lang raus aus der Stadt und ein bisschen die Seele baumeln lassen. Zu weit weg soll es für zwei Tage aber auch nicht sein und daher fiel die Wahl auf die Südpfalz und die Region um die Stadt Germersheim. Bei der Planung des Kurztrips fällt aber schnell auf, dass es mit Seele baumeln lassen eher nichts wird, denn Mann und Kinder haben ein actionreiches Programm zusammengestellt. Wir werden eigentlich nur draußen sein – klettern, paddeln, schwimmen und hoffentlich auch gut essen. Ich bin gespannt!

Wir übernachten im Hotel „Zum Riesen“ in Kandel. Die Zimmer sind hier wirklich schön gestaltet: Ausgefallen und modern, aber trotzdem gemütlich und einfach zum Wohlfühlen. Da unser Programm erst am nächsten Morgen losgeht, entschließen wir uns, im Riesen noch etwas zu essen, da sich die Karte toll liest und frische regionale Produkte verwendet werden. Und wir werden nicht enttäuscht, es schmeckt ausgezeichnet. Im wahrsten Sinne des Wortes ein toller Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

Wassersport im Südpfälzer Amazonas

Der erste Tag beginnt dann gleich recht sportlich. Wir fahren zur Knittelsheimer Mühle, einem guten Ausgangspunkt für alle Radfahrer und Kanuten, denn hier kann man die entsprechende Ausrüstung leihen. Wir bekommen zwei Kanus, mit denen wir ein paar Stunden auf den unglaublich schönen Altrheinarmen der Region verbringen wollen. Der tolle Service der Mühle beinhaltet den Transport der Kanus direkt ans Wasser. Wer in der Südpfalz Kanu fahren möchte, der sollte sich vorher auf jeden Fall gut informieren, denn die Rheinauen sind sehr idyllisch und exotisch, weshalb sie auch zum Teil unter Naturschutz stehen. Deshalb kann nicht immer und überall mit dem Kanu gefahren werden.

Nach ein paar Stunden im südpfälzischen Amazonas tun uns zwar doch etwas die Arme weh, aber wir haben die Zeit auf dem Wasser wunderbar genossen. Ein Naturerlebnis aus einer ganz neuen Perspektive. Und wirklich empfehlenswert!

Da das Kanufahren ein bisschen anstrengend ist und wir auch ganz schön ins Schwitzen gekommen sind, wollen wir unbedingt noch eine Runde baden. Dazu geht’s zum Epplesee in der Nähe von Neuburg, der mit seiner schönen Liegewiese wirklich Urlaubsfeeling schafft. Die Kids können sich noch beim Beach-Volleyball auspowern, während ich mich in der Sonne erhole und mich im angenehm kühlen blauen Wasser erfrische. Die Plakate kündigen schon das Epplesee-Fest Anfang August an, das wir leider nicht besuchen können.

Auf dem Rückweg halten wir in Hagenbach, wo wir etwas essen wollen. Das Stadtbrauhaus ist ein tolles Lokal mit einem bayrisch-gemütlichen Ambiente und hervorragend herzhaftem Essen. Auch das selbstgebraute Bier ist ein Genuss und so verbringen wir hier noch ein paar schöne Stunden, bevor unsere Betten nach uns rufen. Bevor wir gehen, füllen wir uns noch etwas Bier an der Bierzapfsäule ab, um es mit nach Hause zu nehmen. Eine wirklich witzige Idee!

Am Epplesee haben wir von ein paar Südpfälzern erfahren, dass man in Leimersheim Gold waschen kann. „Wie? Also richtig wie im Wilden Westen?“, fragen wir ungläubig. Und die Kinder sind natürlich total angetan vom Gedanken, echtes Gold zu finden und es stolz in der Schule zu präsentieren. Da uns der Gedanke alle fasziniert, wollen wir das gerne mal ausprobieren. Als wir aber am nächsten Morgen dort anrufen, erfahren wir, dass es für das Goldwaschen nur feste Termine gibt, die erst wieder im Juli anstehen. Schade! Da dieser Kurztrip bisher aber sehr gelungen ist, wollen wir im nächsten Jahr wiederkommen und uns schon im Voraus für das Goldwaschen anmelden.

Adrenalin in den Baumkronen

Schon bei der Planung hatte sich abgezeichnet, dass wir uns nicht ganz einig werden, wie der zweite Tag gestaltet werden soll. Also teilen wir uns auf: Die Männer gehen zum Fußgolf, während meine Tochter und ich uns in die Höhen des Kletterparks wagen. Das Wetter ist zwar nicht ganz so freundlich wie gestern, aber wir werden bestimmt das Beste daraus machen.

Bei der Sicherheitseinweisung im FunForest in Kandel sind wir schon ein wenig aufgeregt, vor allem als wir sehen, wie hoch es da zum Teil hinaufgeht. Nämlich bis zu 22 Meter! Aber da werden wir uns nicht hin wagen, denn dieser Bereich ist eher etwas für die Profis oder ganz Mutige und nichts für blutige Anfänger wie uns. Wir entscheiden uns erst mal für den grünen Parcours. Nach den ersten Minuten überwinde auch ich meine leichte Höhenangst als ich sehe, dass meine Tochter wie ein Eichhörnchen von Plateau zu Plateau klettert und sich an den zehn Metern, die zum Teil unter uns liegen, gar nicht stört. Also tief durchatmen und auf das Seil vertrauen, denn es kann uns ja wirklich nichts passieren, da wir mehrfach gesichert sind. Im schlimmsten Fall muss mich ein Blauhelm „retten“, wenn ich zu viel Angst habe, um weiterzugehen. Aber die Blöße will ich mir natürlich unter keinen Umständen geben. Wir dürfen drei Stunden klettern und nach der ersten Runde habe auch ich mich an die Höhe gewöhnt und wir probieren noch ein paar andere Parcours aus. Wir balancieren über Bretter und Seile, schwingen uns wie Tarzan durch die Luft und müssen sogar im Kanu und auf Skiern den nächsten Baum erreichen. Zum Schluss nehmen wir uns noch das sogenannte Bungeeseil vor. Auch hier heißt es nochmal: überwinden und loslassen. Und dann ist es einfach unbeschreiblich, wie man zehn Meter über dem Waldboden durch die Luft schwebt und sich die frische Luft um die Nase wehen lässt. Was für ein Erlebnis! Der Park ist übrigens auch toll angelegt, alles mitten im Wald und naturnah. Diese Eindrücke nehmen wir nochmal in uns auf, als wir nach unserer Kletterpartie, die doch etwas an unseren Kräften gezehrt hat, wieder festen Boden unter den Füßen haben und etwas Kühles trinken. Übrigens gibt es Parcours, die schon für Kinder ab drei Jahren angelegt sind. Für jeden ist das Richtige dabei. Ein klasse Familienprogramm!

Golf mal anders

Während wir in den Baumkronen unterwegs sind, haben die Männer festen Boden unter den Füßen. Naja zumindest unter einem Fuß, denn der andere ist am Ball. Von Fußgolf hatten wir im Vorfeld gelesen und für meinen Mann und meinen Sohn war sofort klar, dass sie das probieren müssen. Doch wie sich herausstellt, ist beim Fußgolf nicht die Kondition entscheidend, sondern die Technik. Denn wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Form des Golfs. Es gibt zwei Parcours, den grünen Familienparcours und den blauen „Fußballerparcours“, die nach einem Plan gespielt werden. Der Unterschied zum normalen Golf liegt eben darin, dass die Hände tabu sind, denn der Ball wird nur mit dem Fuß manövriert. Wie man es vom Minigolf oder natürlich dem richtigen Golf kennt, wird jeder Ballkontakt gezählt. Auf der Scorecard wird die Anzahl der Schüsse notiert. Zu jeder Bahn gibt es eine Par-Zahl, also die Zahl der Versuche, die ein Profi gebraucht hat. Die Jungs merken schnell, dass es etwas mehr braucht, als ein bisschen Fußballerfahrung, denn sie haben sich natürlich gleich für den schwereren blauen Parcours entschieden. Es muss, wie beim Sportstudio, durch Öffnungen geschossen werden, zwischen Eisenstangen hindurch und in verschiedene Netze getroffen werden. Klingt alles ganz einfach, ist es aber bei weitem nicht, wie die beiden feststellen müssen. Neben der Zielgenauigkeit muss auch das richtige Maß an Kraft eingesetzt werden und der Winkel muss stimmen, sonst kommt auch ein guter Elf-Meter-Schütze durchaus an seine Grenzen. Aber es ist ein tolles Angebot und macht wirklich Spaß, wenn man sich etwa zwei Stunden mit anderen messen kann.

Afrika meets Pfalz

Gemeinsam machen wir uns dann unter den aufgeregten Berichten unserer Kinder auf zu einem weiteren Highlight, denn wir haben schon bei der Planung gesehen, dass es in Rülzheim eine Straußenfarm gibt. Also echte Strauße mitten in der Pfalz. Klingt unglaublich und deshalb wollen wir uns das mal anschauen. Vor Ort erfahren wir dann, dass es auch nicht irgendeine Straußenfarm ist, sondern der weltweit (!) größte und professionellste Zuchtbetrieb. Hier werden die Zuchttiere analysiert und Unmengen an Daten gesammelt und zusammen mit Universitäten auf der ganzen Welt ausgewertet. Und abgesehen von dieser unglaublichen Fachkompetenz ist die Straußenfarm Mhou ein paradiesischer Ort, der einem ein Stück Afrika in die Pfalz bringt. Die Besitzer haben ein tolles Gelände, auf dem man die Strauße in ihren verschiedenen Wachstumsstadien bewundern kann. Außerdem, so erfahren wir bei einer Führung, soll die Farm auch ein Ort sein, an dem der Mensch wieder sensibilisiert wird für Tier und Natur. Die riesigen Vögel leben artgerecht und naturnah und es ist offensichtlich, dass hier alles für das Wohl der Strauße getan wird. Um den Tag auch heute gemütlich ausklingen zu lassen, wollen wir im herrlichen Biergarten der Farm etwas essen. Doch da entdecken wir wieder etwas Spannendes und zwar eine Zielscheibe. Wofür die gut ist, erklärt uns die ausgebildete Trainerin Frau Bischoff, die dort an bestimmten Terminen Schnupperstunden in Sachen Bogenschießen anbietet.

Zielen wie Robin Hood

Bogenschießen hat von uns noch keiner gemacht und wir sind nach der kleinen Einführung total begeistert. Es ist ein unheimlich ruhiger, fast schon meditativer Sport, der viel Konzentration und Körpergefühl verlangt. Nur wer sich auf seine Haltung konzentriert, trifft das Ziel. Und obwohl es schwierig klingt, hat man ganz schnell Erfolgserlebnisse. Schon nach den ersten Probeschüssen geht mein Pfeil fast in die Mitte der Scheibe. Das motiviert und macht vor allem Lust auf mehr. In Insheim hätten wir die Möglichkeit, unser Können weiter auszutesten, erklärt uns Berit Bischoff. Sie lädt uns ein, beim nächsten Besuch den 3D-Parcours der Bogenschützen zu besuchen. Dort tigert man mit Pfeil und Bogen durch den Wald und schießt auf Figuren, die sich im Gebüsch verstecken. Das klingt wirklich klasse und kommt auch definitiv auf die Liste für den nächsten Besuch.

Jetzt sind wir aber wirklich hungrig und machen uns zurück zur schönen Terrasse der Straußenfarm. In der Abendsonne probieren wir das leckere Straußenfleisch, das, wie wir erfahren, zu den gesündesten Fleischsorten überhaupt gehört. Nach einer spannenden Mischung aus pfälzischer und afrikanischer Küche sind wir satt und total entspannt, denn diese Straußenfarm hat eine solch tolle Atmosphäre, dass man sich wirklich wie im Afrika-Urlaub fühlt.

Vom Nebentisch können wir mithören, dass von einem Labyrinth in den Maisfeldern gesprochen wird, das man auch nachts besuchen kann. Das klingt gut! Wir fragen nach, was es damit auf sich hat, erfahren aber leider, dass die Saison für das Maislabyrinth in Leimersheim erst Mitte Juli beginnt und das Nachtlabyrinth erst Ende August geöffnet hat. Schade, klingt aber total spannend.

So endet unser schönes und ziemlich wildes Wochenende und wir nehmen tolle Erlebnisse und Eindrücke mit nach Hause. Wir können die Südpfalz als Urlaubsziel nur empfehlen! Für die ganze Familie wird etwas geboten und gerade die Kinder kommen auf ihre Kosten. Wir kommen bestimmt wieder.



Unterkünfte und Gastronomie

Zum Riesen
Rheinstraße 54
76870 Kandel
Tel. 07275 - 3437
kontakt@hotelzumriesen.de
www.hotelzumriesen.com

Waldhaus Knittelsheimer Mühle
Mühle
76879 Knittelsheim
Tel. 06348 - 8366
info@knittelsheimer-muehle.de
www.knittelsheimer-muehle.de

 
 

Hermann Bräu - Stadtbrauhaus Hagenbach
Stixwörthstraße 4
76767 Hagenbach
Tel. 07273 - 800765
flick-hagenbach@web.de
www.stadtbrauhaus-hagenbach.de

Straußenfarm Mhou
Am See
76761 Rülzheim
Tel. 07272 - 9297670
info@mhoufarm.de
www.mhoufarm.de

 

Hier finden Sie eine Übersicht ausgewählter Übernachtungsmöglichkeiten im Landkreis Germersheim.

Ausgewählte Einkehrmöglichkeiten finden Sie hier.


Aktivitäten und Veranstaltungen

Waldhaus Knittelsheimer Mühle
Mühle
76879 Knittelsheim
Tel. 06348 - 8366
info@knittelsheimer-muehle.de
www.knittelsheimer-muehle.dehttp://www.hotelzumriesen.com

FunForest Abenteuerpark Kandel
Badallee, nähe Waldschwimmbad
76870 Kandel
Tel. 07275 - 618032
office@abenteuerpark-kandel.de
www.kandel.funforest.de
http://www.knittelsheimer-muehle.de

 
 

FUSSGOLF ADAMSHOF
Rheinzabernerstraße 1
76870 Kandel
Tel. 0178 - 1417788
fuss-golf@email.de
www.fussgolf.com
http://www.stadtbrauhaus-hagenbach.de

Straußenfarm Mhou
Am See
76761 Rülzheim
Tel. 07272 - 9297670
info@mhoufarm.de
www.mhoufarm.de

 
 
Traditionelles Bogenschießen, Berit Bischoff
Tel. 0157 - 51814375
bb@traditionelles-bogenschiessen-pfalz.de
www.traditionelles-bogenschiessen-pfalz.de
http://www.fussgolf.com
Goldwaschen in Leimersheim
Südpfalz-Tourismus VG Rülzheim e.V.
Am Deutschordensplatz 1
76761 Rülzheim
Tel. 07272 - 70021068
info@suedpfalztourismus-ruelzheim.de
www.suedpfalztourismus-ruelzheim.de
 
Maislabyrinth Leimersheim
Seehof

76774 Leimersheim
Tel. 07272 - 5237
schardt-seehof@web.de
www.maislabyrinth-leimersheim.de