Veranstaltung

Kunstausstellung mit Claudia Urlaß

Im September 2019 wurde vom Landkreis Germersheim zum 20. Mail der Albert-Haueisen-Kunstpreis“ vergeben. Der Förderpreis wurde Claudia Urlaß aus Wiesloch zugesprochen. Zur Entscheidung der Jury sagte Herr Dr. Höfchen in seiner Laudatio:

Ihre 2017 entstandene Bleistiftzeichnung „Gewebe“ beeindruckte die Jury durch ein systematisches zeichnerisches Konzept und daraus folgend durch einen konzentrierten, für die Künstlerin meditativen Zeichenprozess, den sie auch als Gegenpol zur heutigen schnelllebigen und hektischen Zeit sieht. Es ist jedenfalls Zeichnen pur, und Claudia Urlaß zeigt uns die multiplizierte Linie als Inbegriff des Zeichnerischen, sie lenkt unser Interesse genau auf diese wesentliche Grundlage der Kunst.“ (Quelle Dr. Höfchen, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern)

Claudia Urlaß sagt über ihre künstlerische Arbeit, sie pendelt zwischen dem Simulieren haptischer Oberflächen und dem Arbeiten mit faktisch vorhandenem Material. Bei ihren Werken ginge es über das Sehen hinaus, um eine körperliche Wahrnehmung. So entstehen Zeichnungen, die durch eine bestimmte Struktur, in der Vorstellung ein Material entstehen lassen. Das Bedürfnis des „Anfassen-Wollens“ soll geweckt werden, wird aber nicht erfüllt, da die Oberfläche gar nicht faktisch erfühlbar, sondern rein optischer Natur ist. Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit ist das Erkunden, Entdecken, Erforschen und neu Gestalten von realen Materialien, wie beispielsweise Wäschetrocknerflusen. Das Material ist hierbei nicht mehr lediglich Medium der Form, sondern die Form ist das Resultat der Materialeigenschaften.

Das Thema „Zeit“ ist immer wieder Grundlage ihres Schaffens. Die meisten Ihre Arbeiten dauern sehr lange, wirken auf ihre Art der immer technischeren und schnelllebigeren Lebensweise von heute entschleunigend entgegen. Der Akt des Machens und Herstellens spielt dabei eine genauso wichtige Rolle wie das fertige Bild. Durch das fortlaufende Wiederholen der immer gleichen Bewegung, wird das Zeichnen zu einem meditativen Prozess, welcher durch die so entstandenen Strukturen sichtbar wird. Technisch durch wenige Mausklicks herzustellen, erfordert das Zeichnen in dieser Form per Hand mehrere Wochen oder Monate.

Ihre neueren Arbeiten basieren auf den Zahlen der Fibonacci-Folge. Schwarze Klebepunkte auf Transparentpapier ergeben aufgrund der Zahlenfolge Muster, die sich in mehreren Schichten überlagern. Die immer gleichen Zahlen bilden hierbei die Grundlage für Ausdehnungen und Verdichtungen, ein System mit strengen Parametern innerhalb derer sie sich frei bewegen. So entstehen Zeichnungen, deren Formen auch in dreidimensionalen kinetischen Objekten in den Raum greifen. Diese Objekte bestehen aus schwarzen Holzperlen, welche auf Baumwollschnüre aufgefädelt und zu einer Art Perlenvorhang zusammen geführt werden. Durch Motoren bewegen sich die Objekte und verändern immer wieder ihre Form, wie sich im Raum bewegende Zeichnungen.

Mehr dazu auf der Homepage: https://www.claudia-urlass.de/