deutschenglishfrançaise
AA+A++

Westwall-Wanderweg Schaidt

Gehen Sie auf eine außergewöhnliche Spurensuche und verbinden Sie zeitgeschichtliche Information mit einem unvergesslichen Naturerlebnis auf dem Westwall-Wanderweg Schaidt: Erfahren Sie allerlei Wissenswertes über die historische Befestigungslinie zwischen Bienwald und der Grenze zum benachbarten Elsass und erleben Sie die idyllischen Brut- und Lebensräume selten gewordener Tiere und Pflanzen!

Je nach Ausdauer und Zeit können Sie zwischen dem kleinen Rundwanderweg (ca. 8 km, Markierung: roter Punkt) und dem großen Rundwanderweg (ca.16 km, Markierung: weißer Punkt) wählen. Auf Ihrem Weg sehen Sie bemerkenswerte Relikte der Befestigungsanlagen, wassergefüllte Panzergräben, Höckerlinien, Schützenstände und Bunkerruinen, die mit ihren Hohlräumen als wertvolle Lebensräume für Wildkatzen, Fledermäuse, Eidechsen und anderes Höhlengetier dienen. Übersichtstafeln mit zahlreichen Bildern und umfassenden Informationen bereichern Ihren Streifzug durch die Geschichte.

Ausgangspunkt für den Wanderweg ist der Bahnhof Schaidt. Folgen Sie der weißen Scheibe entlang der Vollmersweilerer Straße durch die Ringgasse bis zum Waldrand. Von dort aus geht es zunächst immer am Waldrand entlang in westlicher Richtung, vorbei an den Resten einer Westwall-Bunkeranlage und einem Panzergraben, Überreste des ehemaligen B-Werks „Kiefernwald“.

Über den „Mundatweg“, die frühere Grenze zwischen dem Kloster Weißenburg und dem Bistum Speyer, gelangt man zu den „Turkogräbern“, wo ebenfalls noch Spuren der früheren „Holzkohlemeilern“ zu sehen sind. Die Turkos waren Angehörige von Kolonialtruppen aus Nordafrika, die von den Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eingesetzt wurden. Fünf Turko-Soldaten erlagen in den ersten Kriegswochen in Schaidt ihren schweren Verletzungen und wurden hier im Bienwald beigesetzt.

Sie folgen weiter dem Mundatweg, passieren einige Grenzsteine und erreichen die Reste eines Bunkers auf der Westwall-Bunkerlinie HKL, auch Siegfriedslinie genannt. Kurz nach dem Bunker geht es rechts auf den Pfad und am Mundatgraben entlang. Nach circa 1500 m gelangt man zum Mundat-Weiher bei der alten Bildstraße. Auf schmalen urigen Pfaden geht es am Heilbach, der den Bienwald von West nach Ost durchzieht, entlang bis zum „Jakobshäuschen“. Hier besteht die Möglichkeit für eine Abkürzung. Folgen Sie dazu der Markierung „roter Punkt“ bis zur Bismarckeiche. Folgt man weiterhin der Markierung „weißer Punkt“ geht es über die „Oberwaldäcker-Allee“ und „Kapuzinerweg“ bis zum „Weißen Kreuz“, welches an eine Begebenheit aus dem Jahre 1838 erinnert.

An diesem Ort wurde der Förster Johann Alwens von Wilderern überfallen, die ihn an einer Eiche aufhängen wollten. Als Dank für seine Freilassung schnitt er ein Kreuz in die Rinde der Eiche. Sein Nachfolger errichtete aus dem Stamm 1846 das „Weiße Kreuz“. Nach wenigen Minuten führt ein Pfad entlang des Aschbaches durch ein ganz stilles Kernstück des Bienwaldes mit herrlichen Baumbeständen. Am Aschbach standen einst auch die mächtige „Kaiser- und Kaiserin-Eichen“.

Nach etwa 2 km kommt man zur Hirschbrunnen-Hütte mit idealer Rast- und Ausruhmöglichkeit. Weiter geht es auf der „Lauterburger Straße“ etwa 3 km in nördlicher Richtung zur „Sausteg-Allee“. Von dort aus gelangt man nach ungefähr 2 km in westlicher Richtung zum ganz idyllisch gelegenen „Sausteg-Weiher“. An der nächsten Kreuzung bietet sich ein Abstecher zur ca. 350 Jahre alten Bismarckeiche an. Sie folgen jedoch der Markierung nach rechts in die Schlagallee, die entlang der ehemaligen Hauptkampflinie an den Überresten eines weiteren Bunkers vorbeiführt.

Sie bleiben auf dem Fahrweg, passieren den Ein-Mann-Bunker und gelangen zur Bildeiche. Anfang des 19. Jahrhunderts schnitzte ein Auswanderer aus Schaidt als Bitte um Schutz für eine glückliche Überfahrt nach Amerika eine Pietà. Dieses Bild fand seinen Platz in einer hohlen Eiche, in der es über 150 Jahre lang stand. Nach dem Zerfall des Baumes wurde 1975 ein Eichenstamm mit Nische aufgestellt. Folgen Sie weiter der Markierung und nach einigen Schritten sind Sie wieder am Ausgangspunkt zurück.

Weitere Infos erhalten Sie unter www.pwv-schaidt.de

zurück zur Wanderwege-Übersicht